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Sari Blå: Die finnische Pianistin mit impressionistischem Glanz

Sari Blå ist eine finnische Pianistin, deren künstlerische Identität aus französisch-romantischem und impressionistischem Klangdenken, poetischem Formbewusstsein und umfassender Erfahrung mit zeitgenössischer Musik erwächst. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Klangfarbe, dramaturgische Stringenz und eine persönliche, reflektierte Musikalität. Sie betrachtet die Musikgeschichte als ein offenes Kontinuum, in dem Werke von Beethoven, Chopin, Liszt, Debussy und Ravel selbstverständlich in Beziehung zu moderner und neuer Tonsprache treten.

Als Kammermusikerin arbeitet Blå regelmäßig mit führenden finnischen Interpret:innen zusammen. Von 2023 bis 2025 war sie Mitglied des Hanko Ensembles, das in Hanko Konzerte in unterschiedlichen Formationen realisierte, darunter Chopins erstes Klavierkonzert in einer Fassung für Streichquartett. Aktuell pflegt sie eine enge Zusammenarbeit mit dem Cellisten Markus Pelli, der Geigerin Varpu Heikinheimo sowie dem peruanisch-deutschen Cellisten Johann Aparicio Bohorquez.

Blå gastierte bei Festivals wie dem Ackte-Kammermusikfestival und den Joensuu Musikfestspielen sowie in Konzertreihen des Vereins Korvat auki!, bei den Helsinki Festspielen und in der Reihe für Neue Musik in Jyväskylä. Neben ihrer Tätigkeit als Solistin übernahm sie auch leitende Funktionen in Ensemble- und Orchesterprojekten, unter anderem bei einem Klavierkonzert von Mozart mit dem Kammerorchester Bravura. Ihr internationales Debüt führte sie im Rahmen einer finnischen Musikreihe nach Japan.

Zeitgenössische Musik und Uraufführungen nehmen eine zentrale Stellung in Blås künstlerischem Profil ein. Im November 2024 war sie Teil des Verso-Projekts und wirkte sowohl als Musikerin als auch als Mitglied des künstlerischen Teams an der Uraufführung eines Werkes von Matti Pakkanen mit, gemeinsam mit Johann Aparicio Bohorquez. Neben finnischer Gegenwartsmusik umfasst ihr Repertoire Werke japanischer Komponisten wie Toshi Ichiyanagi, Akira Kobayashi, Saki Takaba und Yuiko Mukai. Die intensive Beschäftigung mit impressionistischer Musik führte sie folgerichtig auch zur japanischen modernen klassischen Musik.

Sie studierte Klavier unter anderem bei Nikita Jushanin, Oleg Mantour, Janne Mertanen und Peter Lönnqvist. Blå absolvierte ein Masterstudium (YAMK) mit Schwerpunkt Klavier und Kammermusik an der Metropolia Hochschule für angewandte Wissenschaften sowie ein Masterstudium der Philosophie an der Universität Jyväskylä. Ihre Abschlussarbeit widmete sich der Identität eines musikalischen Werkes am Beispiel von Beethovens viertem Klavierkonzert. 

Aus diesen vielfältigen Einflüssen entwickelte sie einen eigenen, farbintensiven und kraftvollen Klangstil, der das Publikum zu einer differenzierten und sinnlichen Hörerfahrung einlädt.